Pressemitteilung

Dr. phil. Walter Rathgeber    München ¥ Malta

Facharzt für Allgemeinmedizin und Freier Schriftsteller

Ehemaliger Lehrbeauftragter für Medizinische Soziologie an den Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg und der Universität München

Ehemaliger Begleitender Bergarzt in den Bären und Wolfsrevieren der Urwälder in den Karpathen (Siebenbürgen) und in Jugoslawien

Mitherausgeber der wissenschaftlichen Schriftenreihe „Wolfsnot und andere Landplagen “ und des Sammelbandes „Oberförster Krementz u.a.: „Wolfsnot – Sie begegnen einem Wolf – Was tun? – Was Sie wissen sollten, wenn Sie dem Wolf begegnen.

 

Medienmitteilung      vom 20.05.2010

 zum Thema  „Wölfe in Bayern“ und in anderen dicht besiedelten Regionen der EU

 

Als Arzt, der  von Berufs wegen  besorgt ist um Gesundheit und Wohlergehen des Menschen, als ehemaliger Begleitender Bergarzt in den Bären- und Wolfsrevieren der Karpathen und in Jugoslawien sowie als Herausgeber und Verfasser von Büchern zur Wolfsansiedlung möchte ich meine Erfahrungen und meine wissenschaftlichen Kenntnisse auf dem Gebiet der Verhaltensbiologie des Wolfes und des Bärwildes zur Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren und sonstigen Nachteile einer Ansiedlung dieser Großraubtiere benutzen . Dies ist der Grund, warum ich als Mitherausgeber den Sammelband „Wolfsnot“ herausgegeben habe und zu diesem  einige Reports sowie Essays verfasst habe, und dies ist auch der Grund für diese Medienmitteilung . Es wäre abwegig, zu unterstellen, diese Medienmitteilung  sei eine PR-Aktion für das soeben erschienene Buch zum Thema „Wolf“ – denn von wem wäre denn dann eine wissenschaftlich korrekte Stellungnahme zum Thema „Wolfsansiedlung“ zu erwarten, wenn nicht von jemandem, der seine Kenntnisse und Erfahrungen in über vierjähriger Arbeit in eine achtbändige Buchreihe zum Thema „Ansiedlung Bär und Wolf in der Kulturlandschaft“ umgesetzt hat.

 

Motiviert, diese Arbeit zu leisten, hat mich mein persönlicher Eindruck, dass Skeptiker oder gar dezidierte Gegner der Ansiedlung von Wölfen und Bären zumindest in den Print-Medien noch nie zu Wort gekommen sind. In meinem Archiv befinden sich zahlreiche Zeitungsartikel, die man sämtlich mit der Überschrift „Wir brauchen den Wolf…“ versehen könnte

 

Wehret den Anfängen! Wenn sich die Anzahl der Wölfe, die sich in Oberbayern und anderen dicht besiedelten Regionen herumtreiben, vergrößert – dies ist nicht nur durch natürliche Vermehrung möglich, sondern durch künstliche sog. Auswilderung, indem man importierte Wölfe bei Nacht und Nebel aussetzt! - , könnten in eiskalten Winternächten bald wieder Situationen entstehen, wie sie z. B. in einem klimahistorischen Beitrag der „Süddeutschen Zeitung“ über die Grausame Kälte von 1709“ beschrieben worden sind:

 

"Gierige Wölfe schlichen um die Dörfer. Sie attackierten Rinder, Wild und Pferdegespanne. Bald verloren die Raubtiere alle Scheu und stöberten sogar in Vorratskammern. Auch Menschen fielen ihnen zum Opfer. Der Hunger hatte die Wölfe nach Mitteleuropa getrieben. In Rußland war es im Herbst 1708 so kalt geworden, daß sie zu Tausenden nach Südwesten wanderten. Doch auch hier fanden sie zu wenig Nahrung. Denn eine der schrecklichsten Naturkatastrophen aller Zeiten wütete im Winter vor 300 Jahren in Europa: die 'Grausame Kälte von 1709'.....die Zeit der Wölfe war gekommen".

Aus: "Süddeutsche Zeitung" Nr. 40 v. 18. Februar 2009 (Hervorhebung u. Auslassung durch den Herausgeber)

 

Was die Befürworter der Wolfsansiedlung betrifft, könnte man auch sagen, daß es nur eine verschwindend kleine Interessengruppe ist, die so laut schreit und die nur sich selbst vertritt. Für die Beurteilung der Frage, ob die Bevölkerung in Bayern und anderen Regionen Deutschlands Wölfe dringend benötigt, ist nicht gerade ein Aktivist der entsprechenden Organisationen kompetent, der einfach nur Raubtierfanatiker ist und auf eine Planstelle als Wildtiermanager, wie man die Wildhüter heute nennt – und das auf Kosten des Steuerzahlers! 

 

Der Naturwissenschaftler, Dichter und Jäger Prof. Franz von Kobell (Verfasser der G’schicht von’ Brandner Kaspar“ – ebenfalls das „Spiel ums Leben“ thematisierend) bezeichnete in seinem dem bayrischen König Maximilian II, der selbst Jäger war, gewidmeten umfangreichen Lehrbuch „Wildanger“ (1859 erschienen) die Wölfe als „Würger, die öfters rudelweise in die Ortschaften eindrangen, bei Tag wie bei Nacht, und Menschen und Vieh zerrissen und fortschleppten“, bezeichnete (Franz von Kobell, Wildanger, Stuttgart 1859, S. 227).

 Weiter heißt es bei KOBELL: „Ein Wolf frißt ein ganzes Schaf auf eine Mahlzeit, auch zwei, wenn er hungrig ist, außerdem frißt er von einem Stück nur die Weichen, das Netz oder dergl. (welche Vergeudung gesamtgesellschaftlicher Werte – der Rest des vom Wolf getöteten Tieres verkommt zum Kadaver, wohingegen der normalsterbliche Zeitgenosse nirgends zu einem akzeptablen Preis Wildbret aus freier Wildbahn  kaufen kann, allenfalls aus irgendwelchen Gehegen) und macht wieder auf ein anderes Jagd. In Tegernsee riß einer ober der Roßsteinwand 4 Stück Wild, alt und jung in einer Nacht und fraß nur die Weichen. Bei Fischhausen am Schliersee riß ein Wolf nachts zwischen 10 und 11 Uhr vier Schafe und des anderen morgens früh 6 Uhr ward er am Isarfall gesehen. Man sieht daraus, wie weit ein Wolf in einem Zuge wechselt, denn in gerader Linie ohne Berg beträgt die Entfernung 8 Stunden. Man wußte gewiß, daß nur ein Wolf damals in der Gegend war Die Wolfsjagden haben daher die Jäger oft zur Verzweiflung gebracht …So berichtete 1677 der Oberforstmeister von Leubelfing zu Amberg, welcher auf einen Wolf, der um Schönsee einige Kinder angefallen und zum Teil zerrissen, vergebens mit seinen Förstern Jagd machte…“ (Kobell, Wildanger, 1859).

 

Man sollte die betroffene Bevölkerung in Wolfsansiedlungsgebieten, wie in Polen, der Slowakei, in Rumänien, in Italien, in Südfrankreich, befragen. Die Wolfsnot der Landwirte, der Gastronomen, Anwohner und Touristen in solchen Bären- und Wolfsschongebieten mit Ausgangssperren, No-Go-Areas und Betretungsverboten wird nie geschildert. Steigert so was den Freizeit- und Erholungswert Oberbayerns? Verletzte, am Boden liegende  Wanderer und Bergsteiger, die nach Blut und Angstschweiß riechen, werden besonders an eiskalten Wintertagen von ausgehungerten Wölfen angegriffen, wenn kein Lawinenfallwild zu erbeuten ist und das Hetzen von Wild wegen des tiefen Schnees nicht möglich ist. Im übrigen sollte das wertvolle Wild bret nicht in den nimmersatten Wolfsmägen, sondern in den Bratpfannen und Kochtöpfen landen!

 

Ist der Wolf, der derzeit im Raum Bayrischzell sein Unwesen treibt, denn wirklich zugewandert oder wurde er angekarrrt und ausgesetzt?  Was hat der denn bei seiner Wanderung über  Hunderte von Kilometern denn gefressen? Und warum wandern die Wölfe erst jetzt zu?

 

Es ist extrem unwahrscheinlich, daß der Wolf nach Bayern von irgendwoher zugewandert ist, denn aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse wandern Wölfe selten in Gebiete ein, in welchen seit Jahrzehnten keine Wölfe mehr gelebt haben, und verlassen ein so ungastliches Gebiet auch bald wieder, wenn sie es zufällig betreten haben. Im übrigen ist es nicht nachvollziehbar, daß erst jetzt und nicht schon seit Jahrzehnten, Wölfe zuwandern sollen – haben die Wölfe vielleicht von den Wolfsmanagern die Mitteilung bekommen, dass sie hier dringend gebraucht werden? Wahrscheinlicher ist es, daß ein  aus irgendeiner Wolfsregion importierter Wolf in Oberbayern ausgesetzt worden ist, um eine Auswilderung zu versuchen, wie es in den Pyrenäen bei Nacht und Nebel häufig geschehen ist. Sollte der Wolf etwa überfahren werden, könnte man z.B. am Impfstatus gegen Tollwut nachweisen, dass es sich um einen geimpften Gehegewolf und nicht um einen Wildwolf handelte.

 

Der Wolf ist nicht scheu, er ist nur vorsichtig – und im Heißhunger in eiskalten Winternächten vergißt er sogar die Vorsicht und greift den Menschen an, insbesondere verschleppt er Kinder!

I ch erinnere an den Vorfall vom 28. Januar 1976, als eine Wölfin, welche aus dem Nationalpark Bayerischer Wald ausgebrochen  war, in ein bayerisches Dorf eindrang,  einen Buben angriff und diesen wegschleppen wollte (vgl. Erik  Zimen, Der Wolf, S.8, in meinem Buch zitiert auf S. 72).

 

Wölfe scheuen den Menschen nicht - (schließlich suchen sie die menschlichen Behausungen auf, sie sind Kulturfolger, Stadt- und Dorfumlandwölfe, Parkwölfe , keine echten Wildwölfe mehr! – „scheu“ wäre ein Wild zu nennen, welches fluchtartig das Revier wechselt, wenn es Menschen gewittert hat; die Wölfe sind vorsichtig – vor allem in früheren Zeiten, als die Wölfe noch bejagt worden sind, konnten sie durchaus einen unbewaffneten Waldarbeiter von einem schwer bewaffneten Jäger unterscheiden. Da der unter Naturschutz stehende Kulturfolger- Wolf heute nicht mehr bejagt wird, keine schmerzlichen Erfahrungen mit der tötenden Feuerwaffe des Menschen hat machen dürfen, hat der Wolf den Respekt vor dem „Weichei“ Mensch total verloren!

 

Über die Gefährlichkeit z. B. des Wolfes in Norwegen schrieb der Jagdschriftsteller Oberländer-Rehfus 1905: "In der Nähe der Straße zeigte mir Bengt die Stelle, wo vor wenigen Jahren in einer kalten Winternacht ein fremder Bauer, auf Schneeschuhen vom Weg abgeirrt, von einer Rotte Wölfe überfallen und zerrissen worden war" ( Oberländer-Rehfus, Durch norwegische Jagdgründe, 2.A. 1910, S. 113). Weiter schreibt Oberländer: „Der Jäger, der sich auf Schneeschuhen in die Einöde wagt, hat zu gewärtigen, daß er, besonders gegen Abend, aus dem Jäger zum Wild wird, d. h. daß eine Rotte halb verhungerter Wölfe seine Fährte anfällt" (Oberländer, S. 115), und „So völlig gefahrlos, wie unerfahrene Jäger meistens annehmen, ist die Wolfsjagd im tiefen Winter, wenn der Hunger die Wölfe antreibt, eben doch nicht…“ Oberländer, Im Lande des braunen Bären, 1905, S. 105, zitiert nach: „Wolfsnot“, S. 98).

 

Wölfe haben schon immer getötete, sterbende und noch lebende, verletzte Soldaten nach den großen Feldschlachten gefressen (z.B. im 30jährigen Krieg und im 2. Weltkrieg in Rußland). Der Wolf will „den Hahn krähen hören“ (Oberförster A. Krementz)

In eiskalten, schneereichen Wintern wird in den Alpen  dann das passieren, was im 19. Jahrhundert der Sibirienforscher Alexander Theodor von Middendorff beschrieben hat: Die hungernden Wölfe verlassen die schneereichen Areale, in welchen sie nicht mehr jagen können, und suchen die Nähe der menschlichen Siedlungen auf, wo der Tisch reichlich gedeckt ist. „Der Wolf will den Hahn krähen hören!“ (Oberförster Krementz)! Hungernde  Wölfe fressen gerne auch den Menschen; jahrhundertelang haben Wölfe die großen Heerzüge begleitet, um nach den offenen Feldschlachten die Getöteten, Verletzten und die eingebuddelten Leichen zu fressen!

 

Warum der Wolf nicht das degenerierte Wild, sondern die kräftigtsten Exemplare frißt:

 

Eine weit verbreitete Lüge zur propagierten Ansiedlung von Wölfen ist die Behauptung, der Wolf schade dem Wildbestand nicht und sei für das ökologische Gleichgewicht notwendig. Gymnasialprofessor Oskar Jacob, Jäger mit über 50jähriger Jagderfahrung,  schreibt 1949 hierzu, daß "Tierfanatiker" dem Wolf "in letzter Zeit vielfach eine gewisse Rolle als 'Sanitätspolizist'" zusprächen, "da durch ihn nach dieser Ansicht nur seuchenkrankes, degeneriertes und lebensunfähiges Schalenwild gerissen und gefressen werden soll"  . "Diese natürliche Auslese", so Jacob. "besorgt in den ausgedehnten Wäldern der Karpathen in der Regel die Natur viel gewissenhafter. Das Klima dieser Gebiete ist so extrem, die Temperaturübergänge oft so plötzlich und abrupt, die Winter vielfach so hart und grausam, daß selbst das stärkste und lebensfähigste Wild sich kaum durch diese schwere und nahrungskarge Zeit hinüberretten kann. ... Für die Karpathenreviere haben wir ohne jeden Zweifel und einwandfrei feststellen können, daß er einerseits in den Viehherden, besonders Schafbeständen, ganz unheimlichen Schaden anrichtet, anderseits bei Harschschnee in kürzester Zeit die Reh-, Rot- und Schwarzwildbestände dezimiert und zwar auch die stärksten Stücke reißt und dadurch diese Wildbestände überaus stark lichtet“ (Oscar Jakob, Urwälder, Bären und Wölfe, Graz 1949, S. 154, zit nach „Wolfsnot“, S. 31).

In gleichem Sinne scheibt der Jäger Major Franz Laska 1905 nach jahrzehntelanger Jagderfahrung: „"Das hervorragendste nützliche Wild … ist und bleibt ja doch nebst der Gemse das Reh und der Hase, beide letzteren besitzen aber bekanntlich eine bedeutend geringere Widerstandsfähigkeit gegen die Unbilden der Witterung, Futternot und animalische Feinde, als z.B. der Wolf, der Fuchs oder der Marder. Tritt nun, wie dies leider vom Jahre 1894 auf 1895 und auch später wieder der Fall war, ein abnorm strenger Winter mit großen Schneemassen ein, so werden Reh und Hase bald demselben zum Opfer fallen, während das Raubwild hindurch reichen Fraß findet, kranke oder ermattete Stücke vollends reißt und also nach so harter Zeit bedeutend kräftiger in den kommenden Frühling und damit in die Ranzzeit tritt, als man sonst anzunehmen pflegt. Nach solcher Zeit ist aber schon ein Mißverhältnis da, das Schädliche hat die Oberhand gewonnen und von nun an ist der Nutzwildstand in immer größerer Gefahr" (Fr. Laska, Das Waidwerk in Bosnien.., 1905, S. 7, zitiert nach „Wolfsnot“, S. 62).

 

Aus der bitteren geschichtlichen Erfahrung der Wolfsnot im Rußland des 19. Jahrhunderts lernen: Der LASAREWSKI – Report„Über die Vernichtung von Vieh und Wild durch den Wolf und über die Ausrottung des Wolfes“. 1. Aufl. St. Petersburg 1876, DEUTSCHE ERSTAUSGABE  übersetzt von Claus Taaks, herausgegeben von Dr. Walter Rathgeber, Band  6 der Reihe „Wolfsnot u. andere  Landplagen“ München 2010, Bengelmann Verlag, ISBN 978-3-930177-10-3).

 

Die Verluste an Vieh in Sibirien durch den Wolf sind sehr erheblich , wie der Sibirienforscher Dr. med. Alexander Theodor von MIDDENDORFF (welcher entgegen der Behauptung bei WIKIPEDIA nie zum Professor ernannt worden ist, sondern vielmehr nur „Adjunkt“ war, was etwa dem heutigen Assistenten entspricht) in der Mitte des 19. Jh. schildert: „Man hat in den Hauptstädten gar keinen Begriff davon, welche ungeheure Menge des Nationalvermögens alljährlich durch die Raubtiere vernichtet werden.“ Zitiert nach: W.M. Lasarewski/Alexander Brückner/ A,T.von Middendorff: WOLK 1. Über die Vernichtung von Vieh und Wild durch den Wolf und über die Ausrottung des Wolfes. Bengelmann Verlag, ISBN 978-3-930177-10.3),

Nach den von Prof. Wassilij M. LASAREWSKI im Ministerium des Innern gemachten statistischen Zusammenstellungen betrug im Jahre 1873 in 45 Gouvernements der durch den Wolf angerichtete Schaden die Summe von 7½ Millionen Rubeln.

 „Zu allen diesen Verlusten kommen noch – last not least – die Verluste an Menschenleben. In den Jahren 1849, 1850 und 1851 wurden durchschnittlich, den offiziellen Angaben zufolge, 125 Personen verschiedenen Alters von Wölfen getötet. Im Jahre 1875 betrug dieser Verlust an Menschenleben 161“.

 

Diezel’s Niederjagd (1880,  S. 482 f) ist zur Wolfsnot in Rußland  zu entnehmen:

Jedenfalls ist Rußland, besonders einzelne Gouvernements, von allen europäischen Ländern wohl am meisten  noch von Wölfen heimgesucht. So sind z.B. im Gouvernement „Wjaktka“ nach der Wjatka’schen Gouvernementszeitung in den Jahren 1874 und 75 von den Wölfen zerrissen worden: 2935 Pferde, 7187 Kühe, 6937 Füllen, 12.142 Kälber, 64.367 Schafe, 9483 Schweine, 6260 Gänse, 2631 Enten und 3602 Hofhunde. Diese Zahlen präsentieren einen Schaden von gegen 364.000 Rubel. Auch sind 17 Menschenleben in diesen beiden Jahren zu beklagen. (Siehe „Illustrierte Jagdzeitung“, Bd. IV., Nr. 9, S. 86). Im mittleren Deutschland ist der Wolf zum Glück als vollkommen ausgerottet zu betrachten“.

 

Damit die importierten Wölfe in Oberbayern (Franz von Kobell vom Schliersee bräuchte Paspertin® gegen aufkommende Übelkeit!) sich nicht an den Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden sowie an Hunden und Katzen vergreifen und auch das jagdbare Wild nicht ins österreichische Revier vertreiben, und in eiskalten Winternächten nicht in menschliche Ansiedlungen eindringen und den Menschen anfallen, schlage ich doch vor, an die für die bayerische Bevölkerung so wichtigen und unentbehrlichen Großraubtiere Bär und Wolf Lebensmittelmarken und Einkaufsgutscheine bei Lidl und Aldi, Rewe und Edeka  zu verteilen! Die Wölfe werden sich richtig wohlfühlen in Bayern und ansonsten nur noch ein wenig Gras fressen!

 

"Ich lauschte, wie ich nie zuvor gelauscht hatte. Ich lauschte wie der Wolf in der Winternacht, wenn er witternd den Schnee absucht und Beute spürt und dann in der Ferne die Schritte des Wanderers hört".

Aus dem in wolfsgeplagten Zeiten geschriebenen Roman von Charlotte Brontë (21.04.1816 – 31.03.1855): „Villette“ (1853),  Insel Taschenbuch Nr. 1447, S. 678

 

"Der Wolf ist das Sinnbild des Raubes, das Tier der Verwüstung und Verheerung"

Theodore Roosevelt: Jagden in amerikanischer Wildnis. Berlin 1908, S. 320

„Jede menschliche Wohnung ist dort eine wahre Festung gegen die Wölfe...“

Prof. Dr. Harald Othmar Lenz, Die Säugetiere, 6. Auflage, Verlag von Thienemann's Hofbuchhandlung, Gotha 1884, S. 263, über die Wolfsnot in den südrussischen Steppen (Ukraine, Kleinrußland)

 

Die Verheerungen, die der Wolf hier im allgemeinen und besonders bei anhaltend strengen Wintern, abgesehen vom Wild, an dem Viehbestande anrichtet, spotten jeder Beschreibung, und doch vernimmt man von dem daran gewöhnten friedlichen Landesbewohner, dem überdies zu dieser Jahreszeit der Verkehr mit der Stadt erschwert, in den meisten Fällen aber unmöglich gemacht ist, keine Klagen. Aus „Der Weidmann“, Blätter für Jäger und Jagdfreunde, Erste Illustrierte Deutsche Jagdzeitung, XX. Band, Nr. 29, S. 4, 05. April 1889

 

"In Rußland wie in Frankreich kann man von dem Wolfe reden als von 'cette honte pour notre pays' „eine Schande für unser Land“

Prof. Dr. Alexander Brückner in seiner Besprechung des Lasarewski-Reports ("Wolk", St. Petersburg 1876)

Das Resumée eines Siebenbürgener Jägers nach 55 Jahren Waidwerk:

Wölfe, Wölfe und wieder Wölfe“ ist allerseits das immer wiederkehrende Klagelied der Bergbewohner und Schafzüchter – überall die stets hungrige Bestie Wolf, die raubend und mordend in die friedlichen Lämmerherden bricht oder die hoffnungsvollen Füllen auf der Weide würgt oder gar Hunde und Schweine aus Ställen und Höfen zerrt, um sie dann in blinder Gier in Fetzen zu reißen. Im Reviere aber, dort, wo mit sorgsamer Hand für das Wild alles mögliche getan wird, dort wo seit Jahren Rot- und Rehwild mit Sorgfalt und Bedacht geschont und gehegt wird, dort ist das nimmersatte Raubtier Wolf der böse Geist, der stete Schrecken des Reviers. -  Dort hetzen sie einzeln oder in ganzen Rotten das arme Schalenwild zu Tode, so daß zahlreiche blutige Hautfetzen und weit verstreute Haarbüschel in den Talsohlen die beredten Zeugen davon sind, daß diese räuberischen Scharen dort ihr dunkles Handwerk treiben. – Die Ruhelosigkeit der Wölfe treibt sie unstet umher und man kann mit gutem Grunde behaupten, daß Wölfe überall und nirgends anzutreffen sind. –

Oberst August von Spieß, Im Zauber der Karpathen, 3. Aufl. 1933, S. 46

 

© by Bengelmann Verlag München ¥ Malta. © Dr.phil. Walter Rathgeber, Facharzt für Allgemeinmedizin, Soziologe und Germanist, Freier Schriftsteller, München ¥ Malta.  All rights reserved.  Zitieren im Rahmen des Zitierrechts des deutschen Urheberrechtes innerhalb eigenständiger redaktioneller Beiträge gestattet.

Der Verfasser ist Mitherausgeber des soeben erschienenen Sammelbandes Oberförster Krementz / Edward von Czynk / Wilhelm Prinz Radziwill: „Wolfsnot. Sie begegnen einem Wolf – Was tun“, hrsg. Von Dr. Walter Rathgeber und Dipl.-Ing.agr. Dr.rer.nat. Paul Lutz, Paris. Bengelmann Verlag, München Malta 2010, ISBN 978-3-930177-09-7)

Weitere Informationen: www.bengelmann.de

 

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